Rundbrief 2/2018

ÄTHIOPIEN IM UMBRUCH: JETZT ZÄHLEN MENSCHENRECHTE BESONDERS!

Folgt man den Pressemeldungen, könnte man meinen, dass sich alles zum Besten entwickelt in Äthiopien. Neue Reformen, Ende des Ausnahmezustands und selbst Oppositionelle kehren aus dem Exil zurück! Natürlich geben die neuen Entwicklungen allen Anlass zur Hoffnung! Und gleichzeitig liegt in diesem Umbruch eine besondere Verantwortung, die Stimme der Menschenrechte laut zu machen. Der ehemalige politische Häftling Eskinder Nega macht dies deutlich, indem er sich mit diesen Worten an Amnesty-Mitglieder wendet: „Ihr seid das Gewissen der Menschheit, die Stimme der Unterdrückten. Die Stimme der Menschenrechte muss weitergetragen werden, bis alle frei von Tyrannei sind.“

Es erreichen uns nämlich auch andere Meldungen aus Äthiopien: Fast 3000 Jugendliche wurden am Wochenende Ende September in Addis Abeba festgenommen. Viele der Inhaftierten befanden sich auf einer Demonstration gegen ethnische Gewalt. 1200 davon sollen in das Tolay Miltärcamp, um dort an sogenannten „Rehabilitationsmaßnahmen“ teilzunehmen.

Auch wurden bei friedlichen Protesten in Addis Abeba, die sich gegen ethnische Gewalt in Äthiopien richteten, fünf Demonstrierende erschossen. Amnesty International fordert die Aufarbeitung der ethnischen Konflikte und die Aufarbeitung dieser mutmaßlichen Polizeigewalt. Nur wenn die Menschenrechte geachtet werden, gibt es wirklichen Grund zur Freude über die Umbrüche in Äthiopien!

Rundbrief Eritrea Aethiopien Oktober 2018